Newsbeitrag

„Talk am Mittag“ bei der Wirtschaftshanse 

Staatssekretär lädt OWL-Unternehmen mit britischen Wirtschaftskontakten zu Gesprächen ein

Der Austritt Großbritanniens aus der EU war eines der zentralen Themen beim ersten Talk am Mittag, zu dem die Wirtschaftshanse eingeladen hatte. Insbesondere Vertreter der ostwestfälischen Wirtschaft zeigten sich besorgt über den von britische Regierungschefin angekündigte harten Brexit. Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen sagte, einerseits wolle man den Handel mit Großbritannien nicht erschweren, andererseits dürfe man nicht den Eindruck erwecken, der Austritt aus der EU wäre für das Königreich folgenlos. Staatssekretär Dr. Marc Jan Eumann, der für den verhinderten Europaminister Lersch-Mense angereist war, lud eine Abordnung ostwestfälischer Unternehmen in die Staatskanzlei nach Düsseldorf ein, um Gespräche darüber zu führen, wie die Region mit dem Brexit umgehen könne.

Uwe Kreidel, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Herford e.V. sagte, dass man alles dafür tun werde, mit Kunden und Geschäftspartnern auf der Insel weiter gut zusammenzuarbeiten. Er betonte, dass es immens wichtig sei, deutlich zu machen, wie die Bürger von der EU profitieren. „Wenn wir den Bürgern die Vorteile einer EU-Mitgliedschaft nicht vermitteln, nutzen uns alle Erfolge nichts“, so Kreidel. Herfords Bürgermeister Tim Kähler ergänzte: „Europa muss in den Herzen der Menschen ankommen“.

Junge Menschen sehen viel eher die Vorteile eines gemeinsamen Europas, erklärte Annette Klinkert, Organisatorin des Europäischen Schülerparlaments. „Die Jugendlichen haben keinen so defizitorientierten Blick auf Europa. Sie sehen nicht nur den Absatzmarkt“, so Klinkert. Sebastian Dietz, zweifacher Paralympic-Sieger aus Herford, forderte von der Politik: „Wir müssen den Menschen viel deutlicher mitteilen, dass Europa mehr ist, als Geld und Waren auszutauschen“.

Trotz aller Negativ-Schlagzeilen angesichts des angekündigten Brexits, den Problemen mit Griechenland und der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa sieht Staatssekretär Eumann der Zukunft Europas positiv entgegen. Europa hätte schon schwierigere Zeiten überstanden. Thomas Niehoff mahnte jedoch, die wirtschaftlichen Probleme der südlichen EU-Länder nicht zu verharmlosen. „Die Drogen der Europäischen Zentralbank sind irgendwann erschöpft“ sagte Uwe Kreidel und ergänzte, dass ein Schuldenschnitt für manche Länder nicht ausgeschlossen sei.

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